In widrigsten Bedingungen

Katharina Schmid bejubelt zweiten Saisonsieg in Zhangjiakou

Foto: SC Willingen

Wind, Wetter und auch eine Wettkampfdauer von zweieinhalb Stunden können Katharina Schmid nicht stoppen: Die Oberstdorferin feiert in Zhangjiakou ihren zweiten Saisonsieg – und das mit großem Vorsprung.

Eines der längsten und zähesten Springen in der Weltcup-Geschichte findet eine hochverdiente Siegerin: Mit Sprüngen auf 100 und 106 Meter und 237 Punkten hat Katharina Schmid am Samstagabend (Ortszeit) den ersten Wettkampf im chinesischen Zhangjiakou gewonnen. Auf der Olympia-Schanze von 2022 verwies sie die Norwegerin Eirin Maria Kvandal mit 105 und 94,5 Metern und 210 Punkten, sowie die Slowenin Nika Prevc mit 94 und 98 Metern und 209,9 Punkten auf die Plätze zwei und drei.

„Es fühlt sich großartig an, ich bin sehr happy. Vor allem der zweite Sprung macht mich sehr glücklich. Ich mag die Kälte zwar, aber es war ein sehr langer Tag an der Schanze“, bilanzierte Schmid nach ihrem zweiten Saisonsieg. Ihr Vorsprung auf Kvandal von 27 Punkten war der neunthöchste in der Geschichte des Frauen-Weltcups. Umso knapper wurde es zwischen Kvandal und Prevc, schlussendlich behielt die Norwegerin um hauchzarte 0,1 Punkte die Oberhand und damit den zweiten Platz, nachdem sie noch mit 0,1 Punkten vor Schmid geführt hatte. Dass es überhaupt so knapp wurde, lag vor allem an einer mutigen bis überambitionierten Anlaufverkürzung ihres Trainers Christian Meyer im zweiten Durchgang, die jedoch nachteilig für die 23-Jährige war.

Norwegerinnen extrem stark

Viere wurde indes Prevc Landsfrau Ema Klinec, die ebenso wie die beste Österreicherin Eva Pinkelnig auf Platz fünf ihr bestes Saisonergebnis erzielte. Auf den Rängen sechs bis acht folgten die drei weiteren norwegischen Starterinnen Thea Minyan Bjoerseth, Ingvild Synnoeve Midtskogen und Anna Odine Stroem. Midtskogen hatte nach dem ersten Sprung sogar auf Position drei gelegen, freute sich aber dennoch sichtlich über ihren dritten Top-Ten-Platz in Serie. Nach den Plätzen neun und zehn strahlten auch die beiden Italienerinnen Lara Malsiner und Annika Sieff über ihre Saisonbestleistungen.

Lisa Eder belegte als zweitbeste Österreicherin den elften Rang, Julia Mühlbacher, Jacqueline Seifriedsberger und Sara Marita Kramer landeten als 19., 21. und 28. dagegen im (hinteren) Mittelfeld.  Selina Freitag war bereits im ersten Durchgang von einer fragwürdigen Anlaufverkürzung und anschließenden widrigen Windbedingungen benachteiligt worden und kam nach einem guten zweiten Sprung nicht über Rang 17 hinaus. Alvine Holz hatte dagegen im zweiten Durchgang mit den Verhältnissen zu kämpfen und fiel um zwölf Positionen auf 23 zurück, was dennoch ihr bestes Weltcupergebnis darstellt.

Wind bereitet dauerhaft Probleme

Juliane Seyfarth verpasste mit der punktgleichen besten Chinesin Shiyu Zhou als 31., die ihr bestes Weltcupergebnis erzielte, nur knapp die Punkteränge. Deutlicher war es derweil bei Anna Hollandt, die als 36. ausschied und beim Verlassen des Auslaufs klar hörbar ihre Unzufriedenheit mit der Wettkampfsteuerung äußerte. Auch die einzige Schweizer Teilnehmerin Sina Arnet verpasste als 30. die Top 30. Die Tschechin Klara Ulrichova wurde wegen eines zu großen Anzugs disqualifiziert.

Das gesamte Geschehen war stets von wechselhaften und teils widrigen Windbedingungen geprägt. Alleine der erste Wertungsdurchgang dauerte eine Stunde und 12 Minuten, bis alle 40 Athletinnen ihren Sprung absolvieren konnten. Der im Vorfeld angesetzte Probedurchgang begann bereits mit rund einer Viertelstunde Verspätung und musste dann nach knapp 35 Minuten abgebrochen werden. Bis dato waren lediglich 23 Springerinnen über den Bakken gegangen und das Zeitfenster vor dem geplanten Wettkampfstart zu klein geworden, um den Durchgang komplett durchführen zu können.

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Am morgigen Sonntag steht in Zhangjiakou der zweite Wettkampftag an. Um 8 Uhr MEZ beginnt die Qualifikation, ehe um 16:30 Uhr MEZ dann das zweite Einzelspringen folgt (alles live bei skispringen.com).

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Über Luis Holuch 592 Artikel
Seit 2010 als Journalist tätig und hat 2017 sein erstes Buch veröffentlicht. Wie es die Leidenschaft wollte, ging es darin um das Damen-Skispringen. Genau dafür ist er bei skispringen.com auch primär zuständig. Kommentierte den offiziellen Live-Stream der Junioren-WM 2020, sowie die FIS-Classics-Serie und die Continentalcup-Finals der Nordischen Kombination.

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